
Wie #Cybersicherheit zum Politikum wurde: Darum ging es heute in meinem Workshop zum Fachseminar #Digitalisierung und #Sicherheitspolitik bei der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) in Berlin. Denn #Cybersecurity ist längst nicht mehr nur eine technische Spezialdisziplin, sondern ein integraler Bestandteil staatlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit. Pandemie, Krieg, geopolitische Spannungen und fragile Lieferketten haben uns in den letzten fünf Jahren gezeigt, wie eng digitale Infrastrukturen mit unserem Alltag, unserer Sicherheit und unserer Versorgung verbunden sind. Wer heute über Cyberangriffe spricht, spricht deshalb immer auch über physische Verwundbarkeit, strategische Abhängigkeiten und die Frage, ob unsere Institutionen in Krisenlagen noch zuverlässig funktionieren.
Vor diesem Hintergrund wird die Bedrohungslage zunehmend komplexer, weil professionelle Angreifer, staatliche Interessen, organisierte Kriminalität und künstliche Intelligenz zunehmend ineinandergreifen – Cybercrime wurde professionalisiert, und wird jetzt industrialisiert. Gleichzeitig wachsen die Abhängigkeiten von Cloudanbietern, Halbleitern, Unterseekabeln, digitalen Plattformen und globalen Lieferketten, sodass technische Störungen schnell ganzheitliche politische und wirtschaftliche Folgen staatenübergreifend entfalten können. Auch die aktuell vielzitierte digitale Souveränität ist vor diesem Hintergrund kein abstraktes Leitbild oder gar nur eine politische Definitionsfrage (auf die sie leider nach wie vor zu oft noch reduziert wird), sondern eine konkrete Voraussetzung dafür, ebenjene Risiken beherrschbar zu machen und dadurch die eigene Entscheidungsfähigkeit in unsicheren Zeiten zu bewahren.
Europa steht deshalb jetzt vor der Aufgabe, Regulierung, Innovation und Sicherheitskultur deutlich stärker zusammenzudenken. Das gestern vorgestellte „European Technological Sovereignty Package“ ist dafür ein wichtiger Schritt. Denn es reicht nicht, auf einzelne Vorfälle zu reagieren oder Cybersicherheit erst nachträglich in bestehende Systeme einzubauen. Entscheidend ist vielmehr ein ganzheitliches Verständnis von Resilienz, das Prävention, digitale Produktverantwortung, Schutz der Lieferketten, Datenschutz, Kooperation und technologische Folgenabschätzung für disruptive Innovationen miteinander verbindet. Denn wenn Sicherheit von Beginn an mitgedacht wird, kann sie nicht nur Schäden verhindern, sondern auch Vertrauen schaffen und neue Spielräume für Innovation eröffnen – denn aktiv gelebte #Resilienz ist nichts anderes als genau das.
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