Gastbeitrag für „Die Zeit“: „Spionage – Was für eine schreckliche Signal-Wirkung!“

Symbolpolitik statt Sicherheitsgewinn: Mutmaßlich russische Nachrichtendienste haben hochrangige deutsche Politikerinnen und Politiker über den Messenger-Dienst #Signal ausspioniert – und das eben nicht weil Signal technisch unsicher ist, sondern weil klassisches #Phishing wie in so vielen anderen Fällen auch funktioniert hat.

Umso erstaunlicher ist es, dass aktuell als politische Reaktion ein Signal-Verbot auf Dienstgeräten vom #Bundestag diskutiert wird. Ein Wechsel zu Wire oder einem anderen Messenger würde das Grundproblem in der #Cybersicherheit aber keineswegs beseitigen, sondern lediglich verlagern.

Erstens würde die Vorgehensweise mit anderen Messengern genauso funktionieren. Und zweitens werden viele Kontakte von Politiker:innen weiterhin Signal nutzen, weshalb auch Politiker:innen dies erwartbar weiter tun werden. Wenn das auf ihren Dienstgeräten nicht möglich ist, würde sich dienstliche Kommunikation auf (üblicherweise unsicherere) Privatgeräte verlagern, die wiederum ein leichtes Ziel für #Spionage böten. Damit wäre am Ende mehr Sicherheit verloren als gewonnen.

Was wirklich helfen würde, sind deshalb keine Verbote, sondern verpflichtende #Cybersicherheitsschulungen für politisches Spitzenpersonal sowie deutlich schnellere und gezieltere Warnungen durch die Sicherheitsbehörden. Politische Institutionen und Parteien gelten faktisch als kritische Infrastruktur, werden aber bei Weitem nicht so reguliert – und das ist ein strukturelles Versäumnis, das dringend behoben werden muss, bevor die nächste Spionagekampagne zuschlägt, die mit Sicherheit kommen wird: https://www.zeit.de/digital/2026-04/spionage-russland-signal-messenger-politiker-bundestagsabgeordnete

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