Nextcloud Summit 2026 in München: Neue Wege hin zu mehr digitaler Souveränität für Europa

Zwar abhängig, aber längst nicht hilflos: Sechs Tage nach der Veröffentlichung des #EU Tech Sovereignty Package debattierte beim Nextcloud Summit 2026 in München ein Panel aus Rechtswissenschaft, Informatik, Industrie und Wirtschaftspolitik, wie ernst es Europa mit seiner digitalen Handlungsfähigkeit wirklich meint. Der Befund ist nüchtern: Mehr als 80 Prozent der digitalen Produkte, Dienste und Infrastrukturen in der EU stammen aktuell von Anbietern außerhalb des Binnenmarkts, und diese Abhängigkeit erzeugt nicht nur politische Verletzlichkeit, sondern kostet nach unabhängigen Schätzungen jährlich mehrere Hundert Milliarden Euro. #Digitalsouveränität, so der analytische Grundkonsens der Diskussion, bedeutet vor allem die Fähigkeit, eigene Entscheidungen über digitale Systeme zu treffen und sie auch unter Druck aufrechtzuerhalten.

#Opensource-Software ist in diesem Zusammenhang eine wichtige Grundbedingung – doch es braucht noch mehr: Denn es geht auch darum, Anbieter tatsächlich wechseln zu können, was durch eine zunehmend Cloud- und #Ökosystemintegration in den vergangenen Jahren zunehmend gezielt erschwert wurde. Gleichzeitig geht es um die Frage, was sich als „digital souverän“ bezeichnen lässt – denn rechtlich geschützt ist der Begriff keineswegs. Das hat zur Folge, dass zurzeit immer mehr digitale Produkte unter dem Deckmantel angeblich souveräner Lösungen vermarktet werden, obwohl dafür eigentlich die notwendigen technischen, operativen und juristischen Voraussetzungen fehlen – ein Unsicherheitsfaktor für IT-Beschaffer, der den Aufbau digitalsouveräner digitaler Infrastruktur torpedieren kann.

Was deshalb strukturell benötigt wird, sind öffentliche Beschaffungsentscheidungen, die Open-Source-Optionen systematisch und dokumentiert prüfen, verbindliche Interoperabilitätsstandards statt freiwilliger Empfehlungen sowie ein Regulierungsrahmen, der den europäischen Tech-Unternehmen das Skalieren im Binnenmarkt tatsächlich erleichtert. Dass dieser Weg gangbar ist, zeigen Vorhaben wie openDesk, die Euro-Office-Initiative mehrerer europäischer Unternehmen oder Frankreichs flächendeckende #Linux-Migration in der öffentlichen Verwaltung. Sie alle hängen jedoch davon ab, ob der Staat bereit ist, als glaubwürdiger Ankerkunde aufzutreten und seine Beschaffungsentscheidungen als das zu begreifen, was sie sind: das wirkungsvollste technologiepolitische Instrument hin zu mehr digitaler Souveränität, das Europa bereits heute in der Hand hält.

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