
#Digitalsouveränität wird beschafft, nicht beschlossen: Digitale Souveränität ist vorrangig nicht allein eine Frage politischer Definitionen, sondern eine Frage konkreter #Beschaffungsentscheidungen. Wer welche Software einkauft, welchem Anbieter vertraut und welche Infrastruktur damit aufbaut, entscheidet in der Summe langfristig darüber, wie unabhängig Organisationen und Gesellschaften tatsächlich sind. Staatliche Erklärungen und abstrakte Definitionen allein verändern diese Realität nicht.
#Europa hat zwar mit seinem weltweit viel beachteten Digitalrahmenwerk bisher eine beachtliche zivilisatorische Errungenschaft erreicht, leidet jedoch operativ immer noch an einer strukturellen Schwäche, um exzellente Forschung in die praktische Umsetzung zu bringen und dadurch #Technologieinnovation anhand konkreter und flächendeckend einsetzbarer Use Cases zu befördern – genau einer der Gründe, weshalb die EU vor vier Tagen in dieser Woche auch ihr „Tech Sovereignty Package“ vorgestellt hat, um in den Zukunftstechnologien langfristig internationale Konkurrenzfähigkeit zu entwickeln – und richtigerweise geht es dabei nicht um eine vollständige Marktabschottung, sondern um strategische Risikoabwägung. Nach wie vor aber ist der Abstand zwischen regulatorischem Anspruch und operativer Wirklichkeit groß, weil die Durchsetzung der europäischen Tech-Regulierung unter den 27 Mitgliedstaaten erheblich variiert und die technologische Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern insbesondere in den Bereichen Cloud, Halbleiter und KI-Basismodelle unvermindert fortbesteht.
Aber nicht zuletzt hier kommt auch der #Staat als strategischer Einkäufer ins Spiel: Denn öffentliche Verwaltungen gehören zu den größten Beschaffern digitaler Produkte und Dienstleistungen in Europa und könnten durch eine gezielte Reform ihrer Vergaberahmen aktiv Nachfrage nach souveränen Lösungen erzeugen sowie klare Marktsignale setzen – nicht umsonst investieren globale Tech-Konzerne zurzeit massiv in Marketing-, PR- und Image-Kampagnen, um an dieser Stelle die Entscheidungen zu beeinflussen. Wer jedoch bei der Beschaffung jetzt bewusst und strategisch entscheidet, investiert nicht nur in kurzfristige Betriebssicherheit, sondern in die langfristige strategische Resilienz Europas: