ZDF Wissenskolumne: „Hackbacks im Cyberkrieg: Darf der Staat bald zurückhacken?“

Vorsorge statt Vergeltung: Nach Drohnentreffern auf drei #Yandex-Rechenzentren fielen in Russland Websuche, Taxibuchung, Streaming und Lieferdienste aus, ebenso Banken und Medienportale auf derselben Cloud. Wie schnell ausgefallene IT-Infrastruktur ein Land ausbremst, wirft zunehmend die Frage auf, ob Staaten das auch per #Cyberangriff erreichen können und digitale Gegenschläge auf diese Weise zum Instrument moderner Konfliktführung werden.

Schon 2022 störte ein dem russischen Militär zugeschriebener Cyberangriff auf ein Satellitennetz die ukrainische Kommunikation und nahm hierzulande tausende Windräder als sog. „Cyber-Kollateralschaden“ von der Fernüberwachung. Politisch wird deshalb schon seit Jahren über „Hackbacks“, „digitale Gegenschläge“ und „aktive #Cyberabwehr“ gestritten, vom Abschalten eines Botnetzes bis zum militärischen Schlag gegen IT-Infrastruktur in Drittstaaten. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vom März 2026, im Oktober im Innenausschuss beraten, soll Behörden nun zu digitalen Gegenmaßnahmen ermächtigen. Was in der Theorie plausibel klingt, erweist sich in der Praxis jedoch als Herausforderung: Angreifer verwischen Spuren und legen falsche Fährten, was die Zuordnung von Cyberangriffen regelmäßig erschwert. Ein digitaler Gegenschlag kann zudem das Gewaltverbot der UN-Charta und fremde Souveränität verletzen. Wer in fremde Computersysteme eindringt, verschweigt unter Umständen #Sicherheitslücken und lässt sie auch Kriminellen offen, und verdeckte Operationen im Cyberraum entziehen sich regelmäßig rechtsstaatlicher Kontrolle.

Jedes staatliche Handeln muss Kosten und Nutzen zueinander in Beziehung setzen, um verhältnismäßig zu sein. Das zugrunde gelegt, dürften einzelne digitale Gegenschläge kaum gegen die tägliche Angriffsflut schützen und vielleicht sogar eine digitale Sicherheit vortäuschen, die es so nicht gibt. Wichtiger für die nachhaltige #Cybersicherheit sind deshalb robuste, redundante Systeme und rasch geschlossene Lücken. Klingt zwar weniger spektakulär, schützt im Ernstfall aber besser:

https://www.zdfheute.de/wissen/cyberangriff-sicherheit-terrax-nano-dennis-kenji-kipker-kolumne-100.html

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