
Gleiches Problem, andere Prioritäten: Die globale #KI-Zeitenwende wird in den #USA zurzeit mindestens genauso intensiv diskutiert wie in der #EU und im Mittelpunkt steht die Frage, welche Auswirkungen Künstliche Intelligenz auf die #Cybersicherheit hat – und ob diese Auswirkungen überhaupt noch kontrollierbar sind. Auch in den Staaten geht es dabei primär um den globalen Tech-Wettbewerb, jedoch eher weniger darum, wie man sich aus bestehenden Abhängigkeiten lösen kann, sondern welche Voraussetzungen notwendig sind, um Technologievorreiter zu bleiben. Der Anlass jedoch ist derselbe: neue KI-Modelle, die binnen Wochen tausende unbekannte Schwachstellen in zentralen Betriebssystemen aufspüren können.
Damit gilt nun so langsam auch eine jahrelange Debatte darüber, ob #AI der Cybersicherheit eher förderlich oder abträglich ist, als entschieden, denn das Aufspüren und Ausnutzen von Schwachstellen wird zunehmend automatisiert und flächendeckend verfügbar, womit Compliance, betriebliche Prozesse und nachträgliche Regulierung immer stärker unter Druck geraten. Security by Design von Anfang an mitzudenken ist zwar nach wie vor erster und richtiger Anknüpfungspunkt, kommt angesichts der Entwicklungsgeschwindigkeit akuter Cyberbedrohungen als Erkenntnis jedoch spät, zumal zahllose kritische Infrastrukturen auf Systemen laufen, die vor Jahrzehnten ohne vertieftes Sicherheitsverständnis konzipiert worden sind. Auch Bug Bounty Programme verlieren perspektivisch an Bedeutung, weil Schwachstellen nicht mehr erforscht, sondern massenhaft erzeugt werden können. Angreifer gewinnen dadurch im Ergebnis Zeit, und Verteidiger drohen sie zu verlieren, weil sie nach wie vor in ihrem Handeln in feste betriebliche Prozesse und Strukturen eingebunden sind.
Die Forderungen, KI international völkerrechtlich zu regulieren und ihren Gebrauch einzuschränken, mögen im Angesicht dessen als pragmatischer Lösungsweg erscheinen, sind aber in der Praxis auf absehbare Zeit kaum realisierbar. Und selbst wenn es zu einem weltweit durch die UN verankerten KI-Verbot für offensive Cyberfähigkeiten käme, erscheint dieses kaum durchsetzbar, denn auch staatliche Akteure investieren erheblich in vergleichbare Systeme, und Fachleute rechnen mit breiterer Verfügbarkeit bereits binnen weniger Monate. Der globale KI-Wettbewerb hat somit nicht nur begonnen, sondern ist bereits in vollem Gange – und wer die leistungsfähigsten Modelle besitzt, verfügt faktisch über einen zentralen Hebel staatlicher und gesellschaftlicher Handlungsfähigkeit. Damit befinden wir uns nicht mehr in einem gewöhnlichen Technologiezyklus, sondern inmitten eines Ringens um die Grundlagen des digitalen Raums.
Mein aktuellster Beitrag für Forbes “Artificial Intelligence And The End Of Digital Security As We Know It” wurde jetzt in die Editor’s Choice für den Juli aufgenommen: https://www.forbes.com/councils/forbestechcouncil/2026/05/08/artificial-intelligence-and-the-end-of-digital-security-as-we-know-it/
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