Gespräch im SRF: „Blackbox Palantir – was macht die umstrittene KI-Firma genau?“

Wenn Wachstum zur Machtfrage wird: 85 Prozent Umsatzplus auf 1,6 Milliarden Dollar in nur einem Quartal: Die Zahlen, die #Palantir kürzlich vorlegte, klingen nach einem gewöhnlichen Tech-Erfolg, sind es aber nicht. Das Unternehmen wurde 2003, zwei Jahre nach den Anschlägen des 11. September, mit dem erklärten Ziel gegründet, verstreute Daten aus vielen Quellen in Echtzeit zusammenzuführen, wobei das entscheidende Startkapital nicht aus dem üblichen Silicon-Valley-Umfeld stammte, sondern direkt vom #CIA-nahen Risikokapitalgeber In-Q-Tel. Dass allein das Geschäft mit Regierungsbehörden um 84 Prozent wuchs, zeigt, dass der Erfolg weniger Innovation als vielmehr staatliche Abhängigkeit widerspiegelt.

Diese Verzahnung mit der US-#Politik ist kein Zufall, sondern Geschäftsmodell. Mitgründer Peter Thiel finanzierte Wahlkampagnen führender republikanischer Politiker und ist wie seine Firmen fest in die aktuelle US-Administration verstrickt, während Kunden wie CIA, FBI, #NSA und Pentagon deutlich machen, dass Palantir längst kein neutrales Technologieunternehmen ist. Mehr Regierungsverträge bedeuten mehr politisches Mitspracherecht, und demokratische Kontrolle wird dabei systematisch ausgehebelt, weil die Algorithmen hinter der Software als Geschäftsgeheimnis des Herstellers gelten und damit für Gerichte und Betroffene gleichermaßen undurchdringlich bleiben.

Wer Palantir in den Kernbereich der nationalen Sicherheit lässt, übergibt damit nicht nur Daten, sondern auch strategische #Entscheidungshoheit an ein Unternehmen, das seiner eigenen Ideologie verpflichtet ist und nicht dem Rechtsstaat. Die Software ist kein Produkt, das man kauft und autonom nutzt, sondern ein geschlossenes System, das dauerhaft vom Hersteller gewartet werden muss, während der US-amerikanische Cloud Act US-Unternehmen dazu verpflichtet, amerikanischen Behörden auf Anfrage Zugriff auf außerhalb der USA gespeicherte Daten zu gewähren. Europäische Sicherheitsdaten sind damit strukturell nie wirklich souverän, und das 85-prozentige Wachstum ist letztlich der Preis, den andere dafür zahlen. Zum Thema diskutiere ich im Schweizer Rundfunk SRF: https://www.srf.ch/news/international/blackbox-palantir-warum-die-rasant-wachsende-ki-firma-als-umstritten-gilt

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