Deutschlandweiter Ausfall des Zugfunks und die Folgen für den Bahnverkehr: Zu Gast im Studio bei „Buten un Binnen“

Wartungseingriff mit Flächenwirkung: Am 23. Juni 2026 kam der #Bahnverkehr in ganz Deutschland zum Erliegen, weil vermutlich ein routinemäßiger Austausch einer Systemkomponente im digitalen Zugfunk #GSMR fehlschlug. GSM-R ist das Rückgrat der Kommunikation zwischen Zügen und Leitstellen und neben der Signalinfrastruktur so unverzichtbar für den sicheren Betrieb, dass ohne funktionierenden #Zugfunk kein Zug fahren darf. Wohl kein Cyberangriff und keine Sabotage waren der vermutete Auslöser, sondern ein hausgemachter technischer Fehler, dessen genaue Wirkungskette die #Bahn zurzeit noch untersucht.

Vielfach kritisiert wurde von Expert:innen in den letzten Tagen der sogenannte „Single Point of Failure“, denn GSM-R verfügt zwar über Redundanzen gegen physische Einzelschäden – logische und damit systemimmanente Fehler können sich aber über alle redundanten Wege gleichzeitig ausbreiten. Das dahinterstehende technische System ist überdies bereits mehrere Jahrzehnte alt, und die eigentliche Rückfalloption über den öffentlichen Mobilfunk ist im Ernstfall nicht gleichwertig, weil sie weder Not- noch Gruppenrufe ermöglicht. Manch einer spricht daher von einem Ergebnis jahrzehntelanger Unterinvestition in die Schieneninfrastruktur, wiederum andere über das Fehlen der richtigen Prioritätensetzung. Die Deutsche Bahn selbst hat noch im März eingeräumt, dass der wirtschaftliche Sanierungsstau zurzeit bei 130 Milliarden Euro liegt.

Doch es geht nicht allein um den Bahnausfall, sondern auch um die Kaskadeneffekte auf kritische Infrastruktur in ganz Deutschland, die solch ein Vorfall nach sich zieht: Die mittelbaren Folgen auf viele Reisende, den Flughafen BER und besonders den Güterverkehr verdeutlichen, wie verheerend der selbst kurzzeitige Ausfall einer einzigen kritischen Infrastrukturkomponente für das gesamte Wirtschaftsleben sein kann. Das kurz zuvor in Kraft getretene #KRITIS-Dachgesetz setzt hier zwar an, indem es bundeseinheitliche Mindeststandards für den Schutz kritischer Anlagen vorschreibt und stärkere Redundanz für kritische technische Komponenten fordert – bis zur flächendeckenden Umsetzung ist es in einem Zeitalter allgegenwärtiger hybrider Bedrohung aber noch ein längerer Weg, der vor uns liegt.

Meine Einschätzung zum Thema für das Magazin „Buten un Binnen“ gibt es in der ARD Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/buten-un-binnen-oder-regionalmagazin/ausfall-legt-bahnverkehr-in-bremen-lahm-es-muss-eine-notloesung-geben/radio-bremen/Y3JpZDovL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlL29wZW5tZWRpYS8zXzM3NDczMS9zZWN0aW9uL3VybjphcmQ6ZXBpc29kZTphMDQ0ZDg0ZmQ5YTNlYzM0

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