
Welche Folgen hat die Reform des EU #Cybersecurity Act für US-amerikanische Unternehmen? Im dritten Teil meiner Beitragsserie zur internationalen Cybersecurity Compliance für Forbes Magazine gehe ich der Frage nach, wie sich der Cybersecurity Act 2 (#CSA2) auf das transatlantische Technologie-Außenhandelsgefüge auswirken kann.
Denn der am 20. Januar 2026 veröffentlichte Entwurf zum CSA2 ist kein rein europäisches Binnenmarktthema – er ist ein direkter Regulierungsimpuls mit weitreichenden Konsequenzen für US-amerikanische Technologieunternehmen. Das Herzstück der neuesten EU Cybersecurity-Regulierung ist ein verbindlicher Rahmen für vertrauenswürdige IKT-#Lieferketten: Anbieter von Hard- und Software, Cloud-Diensten und Managed Security Services können künftig als Hochrisiko-Lieferanten eingestuft werden – nicht nur aufgrund technischer Schwachstellen, sondern explizit auch auf Basis nicht-technischer Faktoren wie regulatorischer Rahmenbedingungen im Herkunftsland und staatlicher Einflussmöglichkeiten. Für US-Unternehmen, die beispielsweise unter dem Dach des CLOUD Act oder anderen Auskunftspflichten gegenüber US-Behörden operieren, könnte genau dieser Passus zum künftigen strategischen Problem werden.
Denn wird ein Anbieter als Hochrisiko-Lieferant klassifiziert, kann die Europäische Kommission Nutzungs-, Integrations- oder Einbauverbote für betroffene Komponenten in kritischen IKT-Infrastrukturen anordnen – bis hin zur Pflicht zum Austausch bereits verbauter Systeme innerhalb definierter Übergangsfristen. Betroffen sind vor allem Schlüssel-IKT-Assets in den #NIS2-Sektoren: Energie, Transport, Gesundheit, Finanzen und digitale Infrastruktur. US-Hyperscaler und Anbieter von Sicherheitslösungen, die heute tief in europäische kritische Infrastrukturen eingebettet sind, stehen damit vor der Notwendigkeit, ihre Compliance-Architektur und ihre Marktpositionierung in Europa grundlegend zeitnah zu überdenken und anzupassen.
Gleichzeitig eröffnet der CSA2 eine strategische Chance: Der weiterentwickelte Europäische Cybersicherheitszertifizierungsrahmen (#ECCF) wird zu einem zentralen Marktzugangsinstrument. Denn Zertifizierungen werden unionsweit anerkannt und können in anderen Rechtsakten – NIS-2, CRA und Co. – künftig horizontal eine Konformitätsvermutung begründen. Internationale Unternehmen, die folglich frühzeitig in europäische Zertifizierungen investieren und ihre Lieferkettenstrukturen transparent gestalten, können sich an dieser Stelle somit weitgehend regulatorisch absichern.
Insgesamt beschleunigt der CSA2 einen Trend, der längst begonnen hat: Europa entwickelt sich zum globalen Standard-Setzer für die Cybersicherheit – und wer auf diesem Markt präsent bleiben will, sollte europäische Regeln möglichst frühzeitig in seiner Unternehmensstrategie berücksichtigen:
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