CHIP-Magazin: Temu und TikTok als definitive Spionage-Apps?

Mit Sicherheit entspricht das chinesische Datenschutzniveau nicht den strengen europäischen Anforderungen, obwohl die Volksrepublik mittlerweile über eine verhältnismäßig komplexe nationale Datenschutz- und Cybersicherheitsgesetzgebung verfügt: Umfassende Bereichsausnahmen für den öffentlichen Sektor und die nationale Sicherheit und das Fehlen einer weisungsunabhängigen und nicht politisch gesteuerten Datenschutzaufsicht untermauern diese Feststellung. Hinzu tritt das neue chinesische Nachrichtendienstrecht, das den Behörden im Land umfassende Zugriffsbefugnisse auch auf personenbezogene Daten einräumt. Nichtsdestotrotz ist es unwahrscheinlich, dass der chinesische Staat gezielt Einkaufs- und Social Media-Apps flächendeckend global ausrollt, um Politiker:innen oder hochrangige Regierungsmitglieder zu überwachen und auszuspionieren, die solcherlei Apps im Zweifelsfall ebenso nutzen – hier gibt es technisch viel effektivere und effizientere Methoden. TikTok oder Temu als „Spionage App“ zu qualifizieren, ohne dies durch weitere Belege zu untermauern, geht deshalb fehl. Dennoch sammeln auch chinesische Apps viele Daten, um sie umfassend zu kommerziellen Zwecken zu nutzen. Bevor man deshalb Temu, TikTok und Co. auf seinem privaten Smartphone installiert, sollte man sich gut überlegen, ob die (digitalen) Vorteile die Datennutzung rechtfertigen. Auf dienstlichen Endgeräten hingegen haben derlei Apps von vornherein nichts verloren und sind betrieblich teils auch nicht zugelassen. Das Computermagazin „Chip“ hat zum Thema einen inhaltlich ausgewogenen Artikel verfasst, zu dem ich meine Expertise ebenfalls beisteuern durfte: https://www.chip.de/news/Temu-TikTok-und-Co.-Darum-sollten-Sie-manche-chinesische-Apps-besser-loeschen_185013564.html

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