Gespräch im Deutschlandfunk: „US-Blackout-Day – Was konkret nicht mehr funktionieren würde“

#Digitalsouveränität für Frühaufsteher: Als Nachlese zur Munich Security Conference (#MSC) war ich heute Morgen zu Gast bei #Deutschlandfunk Kultur und habe im Live-Gespräch das Risiko eines US-#Blackout-Days anhand eines einfachen, aber unangenehm wirksamen Stresstests analysiert: Was wäre, wenn zentrale US-Dienste – aus politischem Druck, regulatorischen Vorgaben oder schlicht als Kollateraleffekt geopolitischer Eskalation – für Europa kurzfristig nicht mehr verfügbar wären? Dabei komme ich zum Ergebnis: Der Punkt ist weniger die Technik als die Kettenreaktion. Aus einem singulären „Service ist down“ wird binnen Stunden ein Funktionsproblem für Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit, weil digitale Alltagsprozesse auf wenigen Plattform-Ökosystemen konzentriert sind.

Diese Erkenntnis passt wie ein Echo zur Münchner Sicherheitskonferenz und zu Merz’ Grundlinie, die der Bundeskanzler vergangene Woche in München betont hat: Wir leben wieder in einer Ära offener #Großmachtpolitik, in der Abhängigkeiten strategisch genutzt werden – und Technologien sowie Lieferketten zu Machtmitteln werden. In dieser Logik ist digitale Abhängigkeit kein abstraktes IT-Thema, sondern Teil der außen- und sicherheitspolitischen Verletzbarkeit: Wer Infrastruktur, Identitäten, Kollaboration, Datenflüsse und Update-Ketten nicht selbst steuern kann, verliert im Zweifel Handlungsfähigkeit – und damit Souveränität.

Genau hier liegt die oft unterschätzte politische Dimension: US-Tech-Konzerne sind vielfach nicht neutral, wie so oft kommuniziert, sondern operieren in einem Rechts- und Interessensraum, der im Ernstfall von der US-Administration geprägt wird – sei es durch Exportkontrollen, Sanktionsregime, Sicherheitsanforderungen oder schlicht politischen Erwartungsdruck. Verantwortung heißt daher, Abhängigkeit nicht nur zu beklagen, sondern sie aktiv zu managen: mit realistischen Exit-Strategien, diversifizierten Architekturen, kontrollierbaren Schlüsseln und Identitäten, offenen Standards und Beschaffung, die Resilienz belohnt statt Bequemlichkeit. Der „Blackout-Day“ ist damit weniger ein Szenario als eine deutliche Aufforderung, digitale Souveränität als IT-Betriebsvoraussetzung zu behandeln – und nicht als Sonntagsrede:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/us-blackout-day-was-konkret-nicht-mehr-funktionieren-wuerde-100.html

#denniskenjikipker #cyberresilience #cyberintelligence #cyberintelligenceinstitute #frankfurt #bremen

Schreibe einen Kommentar