Gastbeitrag bei Tagesspiegel Cybersecurity: „Europa wirkt – Souveränität trotz Tech-Giganten“

Oft wird #Europa als digitaler Nachzügler beschrieben – dieses Bild ist aber unvollständig. Denn #Digitalsouveränität bedeutet nicht völlige Autarkie, sondern die Fähigkeit, informierte, selbstbestimmte Entscheidungen über Infrastrukturen, Daten, Software und Abhängigkeiten zu treffen.

#Wettbewerbsfähigkeit ist deshalb der Ausgangspunkt digitalsouveräner Beschaffung. Solange aber Verwaltungen und Unternehmen faktisch kaum Alternativen zu wenigen großen Anbietern haben, ist jede freie Beschaffungsentscheidung nur eingeschränkt souverän. Erst ein Markt mit realen, zugänglichen Optionen schafft echte Wahlfreiheit.

Deshalb auch muss digitale Souveränität entlang der gesamten digitalen #Wertschöpfungskette gedacht werden – von Infrastruktur und Cloud über Betriebssysteme und Kollaborationssoftware bis hin zu Datenräumen, KI und Cybersecurity‑Lösungen. Besonders querschnittliche Schlüsseltechnologien und flexible, interoperable Konzepte entscheiden darüber, ob Europa seine Digitalisierung sicher, nachhaltig und zukunftsorientiert gestalten kann – oder in einseitige Abhängigkeiten gerät.

Die EU hat dafür ein einzigartiges Instrumentarium geschaffen: einen #Binnenmarkt als größten Wirtschaftsraum der Welt, flankiert von einem kohärenten Regelwerk – von DSGVO über Digital Markets Act (DMA) und Digital Services Act (DSA) bis hin zum Data Act (DA) und zur Anfang Dezember 2025 auch in Deutschland umgesetzten NIS‑2-Richtlinie. Und dieses Rahmenwerk ist kein wie mancherorts postulierter Selbstzweck, sondern verfassungsrechtlich fundierte Standortpolitik, die es in unsicheren Zeiten zu verteidigen gilt: Denn genau ebenjener Rahmen soll verhindern, dass einzelne Tech‑Monopolisten unsere Märkte, Daten und Infrastrukturen nach ihren eigenen Regeln dominieren und auf diese Weise über unsere digitale Zukunft entscheiden.

Der #Digitalgipfel in Berlin, die Ende 2025 gestartete DMA‑Marktuntersuchung der EU-Kommission und der Ausblick auf den europäischen Data Act sind ein Anfang, denn sie markieren den Übergang von der Klage über technologische Abhängigkeiten hin zu einem aktiven Gestalten der eigenen digitalen Ordnung. Auf das neue Jahr 2026 kommt es jetzt an, dass wir nicht nur über digitale Souveränität und die Reduzierung technologischer Abhängigkeiten sprechen, sondern diese auch mit Nachdruck zu einer effektiven Umsetzung bringen:

https://background.tagesspiegel.de/it-und-cybersicherheit/briefing/europa-wirkt-souveraenitaet-trotz-tech-giganten

Schreibe einen Kommentar